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Starb Kamerafrau Hutchins, weil sie brisante Infos hatte?

Kurz bevor Halyna Hutchins von Alex Baldwin erschossen wurde, soll sie einen mysteriösen Tweet abgesetzt haben. Ist da was dran?

Kurz bevor Halyna Hutchins von Alex Baldwin erschossen wurde, soll sie einen mysteriösen Tweet abgesetzt haben. Ist da was dran?

Die Ermittlungen nach dem Tod der Kamerafrau beim Dreh des Westerns „Rust“ laufen noch – im Netz gibt es jetzt die erste Verschwörungstheorie. Demnach soll Hutchins umgebracht worden sein, weil sie brisante Infos besessen haben soll.

Der Tweet mach zurzeit die Runde im Netz. Darin soll die Kamerafrau nur drei Tage vor ihrem Tod geschrieben haben, dass sie Informationen habe, die zur Festnahme von US-Politikerin Hillary Clinton führen würden.

Mehrere Indizien sprechen für Fake-Tweet

Aber ist dieser Eintrag wirklich echt? Daran gibt es starke Zweifel. Mehrere Punkte sprechen dafür, dass der angebliche Hutchins-Tweet ein Fake ist.

Zum einen zeigt der Screenshot einen blauen Verifizierungshaken neben dem Namen Halyna Hutchins an. Der Original-Account bei Twitter ist aber unverifiziert – besitzt diesen blauen Haken also nicht.

Auch das Account-Foto im Tweet ist ein anderes als auf dem echten Twitter-Account. Und es gibt auf dem Account @HalynaHutchins keinen abgesetzten Tweet. Der Account wurde im April 2021 angelegt – seitdem wurde aber keine Nachricht verschickt, die Timeline ist leer.

Schwere Sicherheitsmängel beim Dreh von „Rust“

Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass der angebliche Hutchins-Tweet echt ist. Viel mehr sieht es danach auch, als sei Hutchins Opfer der bedenklich schlechten Sicherheitsvorkehrungen am Drehort von „Rust“ geworden.

Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen haben die Waffenmeisterin und der Regieassistent beim Thema Sicherheit viele Fehler gemacht und sind mit den Waffen und vor allem mit der Munition sehr lax umgegangen.

„Ich denke, die Fakten sind klar – eine Waffe wurde Mr. Baldwin gereicht. Die Waffe war funktionsfähig und gab scharfe Munition ab, die Ms. Hutchins tötete und Mr. Souza verletzte“, sagte Sheriff Adan Mendoza bei einer Pressekonferenz in Santa Fe.

Was genau ist am Set von Alec Baldwins Film „Rust“ schiefgegangen?

Kurz bevor der tödliche Schuss gefallen ist, wollte das Drehteam proben, wie Alec Baldwin und die Kamera stehen müssen, um die Szene so gut wie möglich zu filmen. Dabei zielte Baldwin auf die Kamera und drückte ab.

Das Projektil in der scharfen Waffe traf zuerst die Kamerafrau und verletzte sie tödlich. Danach habe die Kugel den hinter ihr stehenden Regisseur erwischt. Die Ärzte hätten das Geschoss aus Souzas Schulter entfernt, sagte der Sheriff. Baldwin habe bei der Probe einen 45er Colt-Revolver in der Hand gehabt.

Wie viele Waffen gab es am Set von „Rust“?

Als die Polizei das Gelände nach dem Vorfall nach Spuren absuchten, fanden sie drei Handfeuerwaffen und etwa 500 Schuss verschiedene Munition – unter anderem Platzpatronen und Dummy-Patronen, in denen kein Schießpulver ist.

Die Ermittler vermuten, dass auch noch scharfe Munition unter den Patronen war, sagte Polizeisprecher Mendoza. Um das sicher zu klären, werden die gefundenen Patronen im Labor ausgewertet.

Wieso waren scharfe Patronen am „Rust“-Set?

Film-Experten in Hollywood sagen, dass scharfe Munition an Drehorten nichts zu suchen habe. Wie konnten die Patronen dann am Set von „Rust“ sein? Wie konnte das sein, dass es so massive Sicherheitsmängel geben konnte?

Mendoza drückte sich bei der Pressekonferenz sehr vorsichtig aus, als er den Umgang mit Waffen auf dem Western-Set mit „etwas Bequemlichkeit“ umschrieb. Mit anderen Worten: Die zuständigen Crew-Mitarbeiter haben nicht so genau hingeschaut.

Das hat Regieassistent Dave Halls, der Baldwin die scharfe Waffe gegeben hatte, in seinem Verhör zugegeben. Er habe die Waffe nur unvollständig geprüft und nicht alle Patronen inspiziert. Er könne sich auch nicht daran erinnern, ob die zuständige Waffenmeisterin die Trommel des Revolvers vollständig rotiert habe.

Regieassistent Hall in ähnlichen Vorfall verwickelt

Vor zwei Jahren war Hall bei einem ähnlichen Vorfall entlassen worden, berichteten mehrere US-Medien. Bei dem Dreh zu „Freedom’s Path“ sei damals ein Tontechniker leicht verletzt worden, nachdem unerwartet eine Waffe am Set losgegangen war, hieß es unter Berufung auf die Produktionsfirma des Films.

Was hat die Waffenmeisterin zu dem Vorfall mit Alec Baldwin gesagt?

Die 24-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed hat laut Polizei ausgesagt, sie habe vor der Mittagspause geprüft, dass keine „heiße“ Munition in der Waffe war. Während der Pause seien die Waffen in einem Safe eingeschlossen gewesen.

Kurz nach der Mittagspause kam es dann zu dem tödlichen Vorfall. Baldwin musste den Revolver bei der Kameraprobe aus einem Gürtelhalfter ziehen und abdrücken. Guiterrez-Reed sagte aus, dass keine „live ammo“ – also scharfe Munition – am Set aufbewahrt werde. Woher die scharfe Patrone letztendlich kam, ist noch nicht klar.

Wird es in dem Fall eine Anklage gegen Alec Baldwin geben?

Laut Bezirksstaatsanwältin Mary Carmack-Altwies sei es noch zu früh, um über eine mögliche Anklage zu entscheiden. Aber „alle Optionen sind auf dem Tisch“, sagte sie. Zu diesem Zeitpunkt sei niemand, auch nicht Baldwin, von einem möglichen Verfahren ausgeschlossen.

Allerdings sind sich viele Strafexperten einig, dass Baldwin für den Vorfall nicht verantwortlich gemacht werden kann. Er hatte die Pistole vom Regieassistenten übergeben bekommen – mit dem Hinweis, es handele sich um eine „kalte“, also ungeladene und damit sichere Waffe.

Daher habe Baldwin offensichtlich „vernünftigerweise geglaubt, dass es keine geladene Waffe war“, sagt Juraprofessor Gregory Keating von der University of Southern California. „Alec Baldwin scheint in diesem Fall keine große Verantwortung zuzukommen“, sagt auch der als Strafverteidiger arbeitende Anwalt Richard Kaplan.

Welche Konsequenzen hat der tödliche Schuss von Alec Baldwin?

In den Produktionsfirmen und Studios in Hollywood sind die Filmemacher schockiert und aufgewühlt. Viele fordern strengere Sicherheitsprüfungen und ein Umdenken beim Umgang mit Schusswaffen am Set.

Regisseur Bandar Albuliwi hat, wie die getötete Kamerafrau Halyna Hutchins, am renommierten American Film Institute Conservatory studiert. Er rief eine Petition zum Verbot echter Waffen am Set ins Leben. Bisher sind mehr als 64.000 Unterschriften zusammengekommen. Albuliwi fordert Baldwin darin auf, seinen Status und Einfluss in Hollywood für dieses Ziel zu nutzen.

„Booksmart“-Regisseurin und Schauspielerin Olivia Wilde teilte die Petiton auf Twitter. Es sei Zeit für die Schaffung von „Halyna’s Gesetz“, das echte Waffen am Set verbietet, schrieb Wilde dazu.

Regisseur Paul Feig würde sogar Platzpatronen verbieten. Alle Effekte könnten digital am Computer entstehen, um solche Tragödien zu vermeiden, schrieb er auf Twitter.

Politiker will sich für Verbot von echten Waffen bei Drehs einsetzen

Nicht nur Hollywood, sondern auch die ersten Politiker kritisieren die laxen Vorschriften. Der demokratische Senatsabgeordnete Dave Cortese aus Kalifornien sagte, er wolle ein entsprechendes Gesetz zum Verbot echter Waffen und scharfer Munition bei Produktionen einbringen.

Was sagt Alec Baldwin zu dem tödlichen Schuss?

Alec Baldwin hatte sich einen Tag nach dem tödlichen Schuss über Twitter gemeldet. „Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat“, schrieb er vorigen Freitag auf Twitter.

Sie sei „Ehefrau, Mutter und zutiefst bewunderte Kollegin von uns“ gewesen. Er würde vollumfänglich mit der Polizei kooperieren um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte.

Unglück am Filmset: Aufnahmen vom Notruf veröffentlicht

Auf am Samstag veröffentlichten Aufnahmen des Notrufs nach dem Unglück sagte eine Mitarbeiterin am Set: „Wir haben zwei Menschen, die versehentlich mit einer Requisitenwaffe angeschossen wurden. Wir brauchen sofort Hilfe.“ Auf die Frage, ob die Waffe mit echter Munition geladen gewesen sei, sagte sie: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“ Sie beschimpfte jedoch den Regieassistenten und erklärte: „Dieses Arschloch von Regieassistent, der mich beim Mittagessen angeschrien hat… Er sollte die Waffen kontrollieren, er ist verantwortlich für das, was am Set passiert.“

„Rust“-Regisseur Souza: Am Boden zerstört

Regisseur Joel Souza äußerte sich am Samstag gegenüber der Filmwebsite Deadline. Er sei „am Boden zerstört über den Verlust seiner Freundin und Kollegin“. Sie sei ein „fürsorglicher, lebendiger und unglaublich talentierter Mensch“ gewesen. Souza war am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Als die Kamerafrau getroffen wurde, stand er hinter ihr und wurde ebenfalls verletzt.

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